Wo bist du, Gott?

von Lukas Amstutz, 3. März 2022

Es ist Krieg. Was wir sehen und hören, erschüttert. Vieles wird kommentiert und analysiert. Gross die Solidarität, Menschen in ihrer Not beizustehen. Schnell auch die Bereitschaft, bisherige Überzeugungen über Bord zu werfen. Die Stimme des Friedens droht zu ersticken.

Zurzeit entsteht hier auf dem Bienenberg eine Musikproduktion mit dem Titel «Songs of Peace». Texte werden neu vertont und arrangiert. Einer dieser Texte hat unsere ehemalige Studentin, Vera Klaunzer, geschrieben. Auch wenn nicht eigens für diese Situation geschrieben, begleitet uns dieser Text in diesen Tagen. Gerne teilen wir ihn an dieser Stelle.

Im Geist der Klagepsalmen wenden wir uns damit an Gott – auch stellvertretend für alle, die im Wahnsinn der Gewalt nicht mehr beten können. Wir hoffen auf Gottes Eingreifen und bitten um den Mut, dem Bösen das Gute entgegenzuhalten. Gott, erbarme dich.

 

Wo bist du, Gott, wenn’s tief drin weh tut,
wenn mein Blick eng wird, und nichts mehr geht?

Wo bist du dann, wenn Riesen aufstehn,
mein Weg blockiert ist, das Licht ausgeht?

Ich schau mich um, seh nichts als Dunkel.
Mein Herz ist schwer. Die Seele weint.

Doch du bist der – Immanuel,
Gott mit uns. – Ich halt dran fest.

Du warst und bleibst – Immanuel,
Gott mit uns. – Du hältst auch jetzt.

Text: Vera Klaunzer