Kirche und Macht 8: Macht, die ermächtigt
n der achten Folge unserer Reihe „Kirche und Macht“ ziehen Lukas Amstutz und Martin Benz Bilanz. Sie bündeln die Erkenntnisse der vergangenen Episoden und gehen der Frage nach, wie ein gesunder Umgang mit Macht im kirchlichen Kontext gelingen kann – und wo die systemischen Fallen lauern.
Ein zentraler Schwerpunkt dieser Folge ist das Phänomen der „Toxic Church“. Anhand von drei Thesen des Theologen Manuel Schmid beleuchten die beiden, woran man toxische Dynamiken und Gemeinden erkennt.
Misstrauen gegenüber den eigenen Gefühlen: Wenn die gesunde Intuition („Bauchschmerzen“ bei Entscheidungen) zugunsten einer vermeintlich höheren Wahrheit weggewischt wird.
Verdächtigung des Verstandes: Wenn kritisches Denken und wissenschaftliche Erkenntnisse als „ungeistlich“ oder mangelnde Reife abgetan werden.
Bedingungsloser Gehorsam: Wenn von geistlichen Autoritäten ein kompromissloser Verzicht auf Widerspruch eingefordert wird.
Haltungen und Strukturen für einen gesunden Umgang mit Macht
Martin Benz teilt persönliche Einblicke aus seiner langjährigen Erfahrung als Gemeindeleiter und reflektiert eigene Fehler. Um Machtmissbrauch vorzubeugen, braucht es laut den beiden Podcastern eine Verknüpfung von Macht mit klaren, guten Haltungen und gesunden Systemen:
Geduld vs. Geschwindigkeit: Machtmissbrauch entsteht oft dort, wo unter Zeitdruck schnelle Ergebnisse erzielt werden sollen. Komplexe, partizipative Prozesse brauchen Zeit.
Bescheidenheit statt Ehrgeiz: Wenn der zahlenmäßige Erfolg über die Barmherzigkeit gestellt wird, wächst die Rücksichtslosigkeit in der Leitung.
Selbstfürsorge der Leitenden: Überlastung, Stress und Einsamkeit machen anfällig für autoritäres Durchdrücken von Entscheidungen. Nur wer gut für sich sorgt (Körper und Geist), bleibt reflektiert und dialogfähig.
Strukturelle Gewaltenteilung: Das System muss so gebaut sein, dass es Feedback und Kritik zulässt, ohne dass Kritiker um ihren Ruf oder ihre Position fürchten müssen. Macht gehört geteilt – zum Beispiel in echten Teams statt bei Einzelpersonen.
Am Ende geht es um die Frage welche Auswirkungen die ausgeübte Macht immer auch auf die am wenigsten Privilegierten in unserer Gemeinschaft hat? Befähigt und ermächtigt unsere Macht die anderen, oder macht sie sie kleiner?
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