Buch-Neuerscheinung: Fit für die Welt!?

Beiträge zu einer friedenskirchlichen Theologie und Gemeindepraxis

Ein Buch zum 65. Geburtstag von Bernhard Ott

Mit über 20 verschiedenen Autoren
Das Bienenberg-Buch ist jetzt im Neufeld-Verlag erschienen

Lukas Amstutz / Hanspeter Jecker (Hg.), Fit für die Welt!? Beiträge zu einer friedenskirchlichen Theologie und Gemeindepraxis, Neufeld Verlag, Schwarzenfeld 2017, 256 Seiten, ISBN 978-3-86256-084-4. EUR 17.90 / CHF 22.90 Jetzt erhältlich bei: Bildungszentrum Bienenberg, Neufeld Verlag und im Buchhandel

Lukas Amstutz / Hanspeter Jecker (Hg.), Fit für die Welt!? Beiträge zu einer friedenskirchlichen Theologie und Gemeindepraxis, Neufeld Verlag, Schwarzenfeld 2017, 256 Seiten,
ISBN 978-3-86256-084-4. EUR 17.90 / CHF 22.90
Jetzt erhältlich bei: Bildungszentrum Bienenberg, Neufeld Verlag und im Buchhandel

Zur Verabschiedung von Bernhard Ott und seinem 65. Geburtstag haben wir ihm dieses Buch gewidmet. Lukas Amstutz und Hanspeter Jecker als Herausgeber des Buches stellten es vor. Eine gelungene Überraschung und einer der Höhepunkte an der Tagung "Beyond"! Die verschiedenen Autoren und Themen des Buches widerspiegeln etwas von Bernhard Otts grossem Themenspektrum in seinem langjährigen Dienst. 

Zur Verabschiedung von Bernhard Ott und seinem 65. Geburtstag haben wir ihm dieses Buch gewidmet. Lukas Amstutz und Hanspeter Jecker als Herausgeber des Buches stellten es vor. Eine gelungene Überraschung und einer der Höhepunkte an der Tagung "Beyond"! Die verschiedenen Autoren und Themen des Buches widerspiegeln etwas von Bernhard Otts grossem Themenspektrum in seinem langjährigen Dienst. 

Warum dieses Buch?

Bernhard Ott hat als langjähriger Werk- und Studienleiter die theologische Ausbildung auf dem Bienenberg in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich geprägt. Mit einer Festschrift zu seinem 65. Geburtstag dankt ihm das Bildungszentrum Bienenberg für seine vielfältigen Dienste und Anregungen.

Einen gängigen Slogan aus der Hochschulbildung bezeichnete Bernhard Ott einst als Steilpass, um die Aufgabe theologischer Ausbildung zu beschreiben: „Fit für die Welt!“

Ausgangspunkt ist für ihn dabei aus einer missionstheologischen Perspektive die liebevolle Zuwendung Gottes zur Welt (missio Dei). Dabei betonte er stets, dass Theologie und theologische Ausbildung dazu dienen müssen, die Kirche für ihre Teilnahme an dieser Mission Gottes „fit“ zu machen. Er scheute sich durchaus nicht, neue Trends wie lernprozess- und outputorientierte Ausbildungskonzepte oder die Förderung von Handlungskompetenzen zu begrüssen, zu prüfen und zu integrieren.

Gleichzeitig blieb er sich aber stets bewusst, dass der Slogan „Fit für die Welt!“ zur ökonomischen Agenda des gesamten „Bolognaprozesses“ im Bildungswesen gehört. Entsprechend hat er sich auch immer wieder kritisch dazu geäussert, weshalb der Slogan im Buchtitel denn auch mit einem Fragezeichen erscheint. Denn wer mit Bernhard Ott den biblischen Schalom als Ziel von Gottes Mission versteht, wird mitunter andere Anforderungen an die „Fitness“ der Kirche stellen, als die „Welt“.

 

Zum Buchinhalt

Was dies für die „Fitness“ im einzelnen konkret heissen könnte, das wird im vorliegenden Buch von über 20 Autorinnen und Autoren reflektiert. Auf über 250 Buchseiten wird dabei über eine breite Palette an Themen nachgedacht, die auch Bernhard Ott im Rahmen seiner fast 40jährigen Präsenz am Ausbildungs- und Tagungszentrum Bienenberg (Schweiz) als Leiter, Impulsgeber und Dozent stets wichtig gewesen sind. Es zeugt vom visionären Weitblick des Jubilars, dass es sich ausnahmslos um Themen handelt, die bis heute zentral geblieben sind für ein Christ- und Gemeinde-Sein aus täuferisch-friedenskirchlicher Perspektive – und darüber hinaus.

Hier ein stichwortartiges Panorama der einzelnen Beiträge:

  • Der Alttestamentler Beat Weber reflektiert unter dem Titel „Halleluja – der Feind ist vernichtet!?“ anhand der sogenannten Rachepsalmen über den Umgang mit Gewalt in der Bibel und heute;
  • der kanadisch-mennonitische NT-Professor Tom Yoder Neufeld stellt sich der Frage, wie angesichts von Spannungen und Konflikten in der Kirche hilfreich gehandelt werden kann;
  • Marie-Noëlle Yoder-Baecher zieht als jüngste Dozentin des Bienenberg-Kollegiums eine Zwischenbilanz zum Thema der Rolle von Frauen in kirchlichen Leitungs- und Lehrfunktionen;
  • Jürg Bräker, Generalsekretär der Schweizer Mennoniten, eröffnet einen anregenden und weiterführenden Dialog mit Bernhard Otts wohl bekanntester Publikation, dem „Schalom-Projekt“,
  • der Kirchenhistoriker Hanspeter Jecker macht deutlich, wie hochaktuell manche Akzente des älteren Täufertums bis heute geblieben sind und er formuliert Vorschläge, was aus der Geschichte für Gegenwart und Zukunft gelernt werden kann;
  • Claude Baecher, langjähriger Leiter der französisch-sprachigen Abteilung des Bienenberges und derzeit Pastor und Gemeindegründer in Genf, skizziert Eschatologie als erfrischenden Ausgangspunkt für eine „Hoffnung, die den Frühling der Welt ankündigt“;
  • der paraguayische Theologe Alfred Neufeld stellt aus seinem südamerikanischen Kontext spannende Bezüge her zwischen Täufertum und Pfingstkirchen;
  • der deutsche Theologe, Buchautor und Blogger Tobias Faix greift Impulse von John H. Yoder auf, um Zukunftweisendes über „die transformatorische Kraft der Kirche im öffentlichen Raum“ zu sagen;
  • der Missiologe Johannes Reimer hält ein engagiertes Plädoyer für die Untrennbarkeit von „Evangelisation und Frieden“;
  • der langjährige Bienenberg-Gastdozent Dave Shenk zeigt, wie täuferisch-friedenskirchliche Überzeugungen dem Dialog zwischen Christen und Muslimen wichtige neue Impulse vermitteln können;
  • Willy Surbeck, langjähriger Chef bei Tele Basel, illustriert die Dringlichkeit, als Christen Sprache und Gefässe zu finden, um Glaube und Theologie in der Öffentlichkeit verständlich zu kommunizieren – und skizziert Wege, wie dies geschehen könnte;
  • Dennis Thielmann evaluiert die in viele Kirchen eingeflossene charismatische Lobpreiskultur aus einer friedenskirchlichen Perspektive;
  • Lukas Amstutz, Studienleiter am Bildungszentrum Bienenberg, zeigt anhand eines Einblicks in seine eigene „Werkstatt“, wie friedenskirchliche Überlegungen eine Karfreitagspredigt heranreifen lassen;
  • Marcus Weiand, Leiter des Compax-Instituts auf dem Bienenberg und freiberuflicher Coach, macht Mut, den Teufelskreis von Hass und Vergeltung in Beziehungen zu durchbrechen, und er illustriert, was es heissen könnte, beim Dreiklang von „vergeben, vergessen, versöhnt“ mit Gottes Gnade zu rechnen;
  • Tim Geddert, Professor für Neues Testament aus den USA, regt mit drei eindrücklichen Kurzgeschichten dazu an, über Entscheidungsprozesse in unseren eigenen Kirchen nachzudenken;
  • Pastor Daniel Plessing provoziert mit seinem Beitrag über den Reizbegriff „Gemeindezucht“ ein neues Nachdenken über Chancen und Grenzen von Kirche als verbindliche und versöhnte Gemeinschaft;
  • Heike Geist, Pastorin und langjährige Dozentin auf dem Bienenberg, knüpft mit ihrem Beitrag über „Nachfolge in schwierigen Zeiten“ an ein bekanntes Thema täuferischer Theologie an und macht es für die Gegenwart fruchtbar;
  • Andreas Rosenwink, Geistlicher Begleiter und Pastor, verbindet in seinem Beitrag Impulse aus täuferisch-mennonitischer und katholischer Theologie und formuliert Akzente einer „Geistlichen Begleitung“ für heute;
  • Frieder Boller, ehemaliger Bienenberg-Werkleiter und langjähriger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland, denkt am Beispiel täuferisch-mennonitischer Kirchen nach über das weit verbreitet „spannungsvolle Verhältnis zwischen Lokalgemeinde und Gemeindeverband“ und skizziert verheissungsvolle Wege zu einem kreativeren Miteinander.
  • Abgerundet wird das Buch durch zwei persönliche Beiträge, in denen einerseits Bernhard Otts Frau Margrit und ihre gemeinsamen vier Kinder Claudia, Eva, Thomas und Sara „Von A bis Z“ über Bernhard Ott als Familien-Mensch, Ehemann und Vater berichten, und anderseits Paul Kleiner als Rektor des Theologisch-Diakonischen Seminars in Aarau einige Erlebnisse aus dem gemeinsamen beruflichen Unterwegs-Sein schildert.

Es ist ein grosses Plus dieses Buches, dass alle Beiträge eine überschaubare Länge von maximal 10 bis 12 Seiten aufweisen und sich ausgezeichnet für häppchenweise Lektüre eignen.

Alle Texte in diesem Buch sind überdies verfasst von Personen, die aus Dankbarkeit für längere oder kürzere Weggemeinschaft mit Bernhard Ott diesen Sammelband ermöglicht haben. Es sind Personen, die sein Anliegen für eine glaubwürdige und reflektierte christliche Stimme in Gegenwart und Zukunft teilen. Und es sind alles Autorinnen und Autoren, die für ihr Fachgebiet auf je unterschiedliche Weise über Perspektiven und Chancen, aber auch über mögliche Grenzen und Gefährdungen täuferisch-friedenskirchlicher Positionen reflektiert haben.

Mit dem Buch-Untertitel „Beiträge zu einer friedenskirchlichen Theologie und Gemeindepraxis“ bereichern diese Texte mit ihren Innen- und Aussenperspektiven die täuferisch-mennonitische Stimme, die sich seit ihrer Entstehung im 16. Jahrhundert auch immer wieder kritisch zum gesellschaftlichen und kirchlichen Mainstream geäußert hat. Es ist dies aber auch eine Stimme, die derzeit vielerorts neu als Inspiration für ein glaubwürdiges Christ-Sein in Kirche und Welt entdeckt wird.

Möge genau dies auch mit dem vorliegenden Buch geschehen: Dass es anregt und inspiriert, dass es „fit“ macht, um in Leben und Glauben Gottes Liebe künftig einladender, nachhaltiger und glaubwürdiger zu bezeugen.

Lukas Amstutz / Hanspeter Jecker