Reformation und Frieden

Gewaltanwendung als ethische Herausforderung

Eine Tagung der Reformierten Kirche Zürich und der Konferenz der Mennoniten der Schweiz

Sa 8. April 2017, 9.30 - 16.30 Uhr, Hirschgraben 50, Zürich

Flyer mit Programmdetail als PDF

Das Bildungszentrum Bienenberg beteiligt sich mit der Fachstelle für Theologie und Geschichte des Täufertums an dieser Tagung.

Die Anmeldung erfolgt über die Reformierte Kirche Zürich:
Anmeldung bis 3. April 2017 an: marcel.lehmann@zh.ref.ch

 

Mitwirkende

Dr. Jürg Bräker ist Generalsekretär der Konferenz der Mennoniten in der Schweiz.

Dr. Fernando Enns ist Leiter der Arbeitsstelle «Theologie der Friedenskirchen» am Fachbereich Ev. Theologie der Universität Hamburg und Professor für (Friedens-) Theologie und Ethik an der Theologischen Fakultät der Vrije Universiteit Amsterdam (VU) in den Niederlanden.

Dr. Marco Hofheinz ist Professor für Systematische Theologie (Schwerpunkt Ethik) an der Leibniz Universität Hannover.

Simon Jacob ist Initiator des Projektes «Peacemaker Tour» und Friedensbotschafter des Zentralrates Orientalischer Christen in Deutschland. Im Rahmen dieses Projektes besuchte er 2015/16 als Friedensbotschafter des Zentralrates und freier Journalist mehrere Länder des Nahen Ostens und die Kaukasusregion.

Dr. Hanspeter Jecker unterrichtet am Bildungszentrum Bienenberg (Liestal) Historische Theologie und Ethik, leitet dessen Fachstelle für täuferische Theologie und Geschichte und ist Präsident des Schweizerischen Vereins für Täufergeschichte.

Pfr. Michel Müller ist Kirchenratspräsident der Ev.-ref. Landeskirche Zürich.

Dr. Jennifer Otto ist Postdoktorandin an der Universität Erfurt und Mitglied des Vorstandes des Deutschen Mennonitischen Friedenskomitees. In ihrem aktuellen Forschungsprojekt untersucht sie Diskurse von Christen im 3. Jahrhundert über legitime Gewalt.

Dr. Jean-Daniel Strub ist wissenschaftlicher Mitarbeiter/Projektleiter im Bereich Wissenschaftspolitik beim Rat der Eidgenössischen Technischen Hochschulen und Mitinhaber des Büros Brauer & Strub | Medizin Ethik Politik. Die Friedensethik gehört zu seinen Arbeitsschwerpunkten.

 

Das Thema

Als die Reformation vor 500 Jahren die Welt veränderte, erschütterte sie zugleich die politische Ordnung in Europa. Der Zerfall der kirchlichen Einheit bedrohte die politische Stabilität. Hinzu kam, dass die Anhängerinnen und Anhänger der Reformation selber uneins darüber waren, inwieweit die Reformation der Kirche eine Reformation oder Revolution der politischen Verhältnisse nach sich ziehen sollte.

Während die Mehrheit der Reformatoren die Anwendung von polizeilicher Gewalt zur Aufrechthaltung der politischen Ordnung im Inneren und diejenige militärischer Gewalt zur Verteidigung gegen Bedrohungen von aussen nicht grundsätzlich infrage stellte, tat ein Teil des radikalen Flügels der Reformation genau dies: Wer die Bergpredigt Jesu ernst nehmen und Frieden stiften will, muss auf Gewalt verzichten.
Die Frage, nach der Legitimität von Krieg und Gewalt beschäftigt die theologische Ethik bis heute. Aktuell stellt sie sich nicht nur im Hinblick auf die Konflikt- und Kriegsregionen dieser Welt, sondern auch angesichts der Bedrohung der inneren Sicherheit in Frankreich, Deutschland oder der Schweiz. Wie sollen wir uns als Christinnen und Christen angesichts dieser Herausforderungen verhalten? Sind die Androhung und Ausübung von Gewalt legitime und notwendige Instrumente, um Frieden und Sicherheit zu schaffen bzw. zu bewahren? Welche Alternativen gäbe es und was taugen sie?

Die Tagung «Reformation und Frieden» greift diese Fragen auf und behandelt sie in historischer und konzeptioneller Hinsicht und im Hinblick auf aktuelle Herausforderungen.